Küstenlinie

Genuesenturm

Bei der Begutachtung der Caches in meiner weiteren Fahrtrichtung fiel mir ein Cache mit deutschem Namen auf. Und bei genauerer Begutachtung, sprich: Lesen der Beschreibung, stand für mich fest: Da muss ich hin! An diesem Ort wurde nämlich 1966 „Die Schatzinsel“ gedreht.

Gebirge

Nachdem ich mich in dem Gebirge auf die entsprechende Höhe gefahren hatte…

Mal so was ganz nebenbei, ich glaube hier auf Korsika bestehen die Strassen mindestens zu 2 Dritteln aus Kurven. Wer Kurven fahren üben möchte, der sollte nach Korsika fahren. Die hohe Schule besteht darin die Kurven mit maximaler Geschwindigkeit zu fahren und dabei die Hand lässig aus dem Fenster hängen zu lassen. Bei mir funktioniert meist immer nur eine Sache. 😉

…stellte sich mir die Frage nach dem Weg zum Cache. Der eigentliche Wanderweg führte nur ca. 150m daran vorbei. Sollte ich es wagen und quer durch den Wald laufen?

Schatzinselbaum

In einem unbeobachteten Moment bin ich also abgebogen und habe das Wagnis auf mich genommen. Natürlich bin ich zu spät abgebogen und so musste ich noch ein paar Felsen beklettern – die aber kein Problem waren – und stand auf, für Kinoliebhaber, historischem Boden (gut ich muss gestehen ich habe den Film nicht gesehen, oder wenigstens kann ich mich nicht daran erinnern). Nach kurzer Suche wurde ich fündig und konnte anhand der im Cache liegenden Filmfotos nachvollziehen, dass der Film wirklich hier gedreht wurde.

Die Schatzinsel

Der Rückweg war, wie fast immer, deutlich einfacher als der Hinweg, total entspannt und noch dazu recht kurz.
Da ich so lange wie möglich die Küstenstraße fahren wollte, durfte ich die selbe Strasse wieder zurück fahren. Das ging ganz gut und ich war bald auf dem Weg zum nächsten Cache. Der versprach eine 1-1,5h dauernde Wanderung.

Bergmassiv

Am Parkplatz angekommen zögerte ich noch kurz, ob ich es wirklich angehen sollte, hatte ich doch noch keinen Schlafplatz. Aber egal! Ich füllte die Wasserflasche und machte mich auf den Weg…

Locker und leicht legte ich die ersten zwei Kilometer zurück, immer schön bergab – aber dann kam der Aufstieg! Die Sonne brannte unbarmherzig auf mich herab, der Berg wurde immer steiler und der Abstand zwischen den Pausen immer kürzer.

Trotzdem war ich total stolz auf mich, dass ich es halbwegs hin bekam – bis ein französisches Pärchen an mir locker und leicht vorbei stürmte… Sie waren, glaube ich, noch nicht einmal außer Atem und wahrscheinlich haben sie die ersten zwei Kilometer im Dauerlauf zurück gelegt. Aber mir doch egal! Ich wohne in Berlin und da muss man halt nach Bergen suchen.

Kirche

Als ich den Gipfel endlich erklommen hatte, musste ich mich erst ein Mal für ein paar Minuten in den Schatten verziehen und verschnaufen. Wobei mir eigentlich nicht Atmung und Puls Probleme bereiteten, sondern eher die Sonne und die Hitze. Nachdem ich auch dies überwunden hatte, machte ich ein paar Aufnahmen von dem Wachturm und ging dann auf die Suche nach dem eigentlichen Ziel meiner Wanderung.

Hier war ich schon fast am verzweifeln, ich wurde nicht fündig! Ob es an meinem Unvermögen oder an der Hitze lag, mag ich hier nicht entscheiden, aber kurz vor der Kapitulation wurde ich doch noch fündig und Glückshormone durchfluteten mich. 🙂

Jetzt stand nur noch die Rückkehr zum Auto an. Auf dem Weg nach unten begegneten mir immer mehr Leute, die sich wahrscheinlich fragten warum ich nicht oben bleibe und den Sonnenuntergang genieße. Der war mir aber mittlerweile völlig wurscht, ich wollte einfach nur noch zum Auto zurück. Die Beine wurden immer schwächer und ich begann alles um mich herum zu verfluchen: Blöder Strauch muss der da jetzt unbedingt wachsen? Blöder Stein musst du hier rum liegen? Dämliche Fliege, musst du mich belästigen, hättest du nicht die beiden Franzosen vor mir begleiten können?

Als ich um eine Kurve bog sah ich das erste Mal den Parkplatz und mein Auto – das Ziel war nahe! Aber ein Blick auf den Garmin belehrte mich eines Besseren, es waren noch 1,5km. Blöde Technik!

So schleppte ich mich in sengender Hitze immer weiter bergauf.

Capu Rossu

Kurz vor Ende gab es noch einmal ein paar Stufen und die waren noch einmal richtig schwer. Ich musste zwar noch nicht auf allen vieren hoch, aber es hat auch nicht mehr viel gefehlt! Das war mit Sicherheit der anstrengendste Cache, den ich bisher gesucht habe!

Danach fand ich zum Glück bald einen Campingplatz und konnte auch noch ein Bad im Mittelmeer genießen. Das brachte mir ein paar Lebensgeister zurück und ich konnte mit Stolz auf den Cache zurück blicken, der mich nahe an meine körperlichen Grenzen gebracht hatte.

Capu Rossu - Turm

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