Blüte

Heute habe ich mich noch einmal zu meinen Eltern begeben, ich wollte in der Nähe ein Schnäppchen einen nützlichen Gegenstand erwerben. Auf dem nahe gelegenen Baumarkt konnte ich eine Holzbank käuflich erstehen, die fast genau auf den Zentimeter auf meinen Balkon passt. Da ich vom Auto fahren immer noch genug hatte und das Wetter auch als hervorragen angekündigt war reiste ich mit dem Zweirad an. Das war mal wieder richtig schön. 🙂

Die Fahrt zum Baumarkt machte ich dann aber doch mit dem elterlichen Automobil. Und ich hatte Glück, es war tatsächlich nur noch eine einzige Bank da. 🙂

Als ich dann wieder im Garten war schnappte ich mir noch schnell die Kamera und knipste ein wenig herum, viel ist es nicht geworden.

Rosenknospe

Rosenstachel

Knospe

Lichtenow ist ein Ortsteil der Gemeinde Rüdersdorf. Die erste urkundlicher Erwähnung von Lichtenow war ca. 1320. Der eigentliche Ortskern befindet sich ein paar hundert Meter von der B1/B5 entfernt.

Ringbrennofen Lichtenow Eingang

Um 1800 entstand ein neuer Ortsteil, Lichtenow Lamm. Dort siedelte sich einiges an Handwerk an, unter anderem auch eine Ziegelei. Der Ringbrennofen ist heute noch zu sehen. Die meisten werden aber im vorbeifahren nur den Schornstein sehen und den Brennofen kaum wahrnehmen, ich spreche da aus eigener Erfahrung. 😉

In den letzten Jahren wurde aber das Gelände vom Gestrüpp befreit und der Ofen wurde zugemauert. Ab 2009 dient der Ofen als Fledermausquartier. Des weiteren wurde der Schornstein gesichert und es wurde ein Storchennest an der Spitze befestigt.

Leider habe ich kaum weitere Informationen gefunden, also wer mehr Infos zu der Ziegelei hat, nur her damit.

Lichtenow

Lichtenow - Storchennest

Ringbrennofen Lichtenow

Heute hatte ich Polen erreicht und konnte auch gleich das Umleitungssystem des polnischen Strassenbauamtes kennen lernen. Da standen am Straßenrand im Abstand von wenigen Metern zwei Tafeln voll mit Informationen. Da hätte ich eigentlich erst einmal anhalten müssen um die kompletten Informationen überhaupt ansatzweise aufnehmen zu können. Konnte ich aber nicht, da hinter mir ja auch das eine oder andere Auto fuhr. Also musste ich mich spontan entscheiden und wie sollte es anders sein, ich entschied mich für die falsche Seite. Ich war schon wieder fast in Tschechien. Das wurde mir dann aber zu bunt und ich drehte um und fuhr doch die andere Strasse weiter. Dieses Mal mit Erfolg ich näherte mich zügig meinem nächsten Ziel.

Schlossruine Tworków

Schlossruine Tworków

Eine Schlossruine wollte von mir erkundet werden. Also stellte ich das Auto davor ab und machte die ersten Fotos über den Zaun hinweg. Dann wollte ich mich um den daneben liegenden Cache kümmern. Aber gerade als ich die Hand ausstrecken wollte hielt direkt neben mir ein Auto und kurze Zeit später liefen zwei Dogen auf mich zu. Beide standen mir fast Auge in Auge gegenüber (also ich habe ebenfalls gestanden!).

Schlossruine Tworków

Schlossruine Tworków

Aber zum Glück wurden sie schnell zurück gerufen. Als ich dann zur Tarnung noch ein paar Fotos machte wurde ich aufgefordert ruhig auf das Gelände zu gehen und meine Fotos von dort zu machen. Gesagt getan und ich landete erst einmal auf dem Hosenboden. Vom Weg weg führte ein mit Gras bewachsene Hang weg. Für das bessere Motiv wollte ich den hinab. Da es noch etwas feucht war und meine Schuhe eher kein Profil haben testete ich mal eben die Schwerkraft. Funktioniert wirklich gut die gute alte Schwerkraft. 😉 Danach lief es besser und ich konnte ohne weitere Vorkommnisse meine Fotos machen.

Schlossruine Tworków

Als ich dann das Gelände wieder verlassen wollte wurde ich von einer ziemlich resoluten, Kittelschürze tragenden Dame abgefangen. Sie redete mich natürlich auf polnisch an, ich hab nichts verstanden und als ich ihr versuchte klar zu machen das ich des polnischen nicht mächtig bin schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen und lachte mich aus. Ihr Hinweis das doch eine Telefonnummer am Eingang stehen würde kommentierte ich nicht weiter, da sie auch kein Englisch sprach. Ich frage mich wirklich was geschehen wäre wenn ich dort angerufen hätte…

Den Cache konnte ich dann auch noch vergessen, da sich mittlerweile auch noch zwei Kinder in unmittelbarer Nähe eingefunden hatten die Kastanien sammelten. Also setzte ich mich wieder ins Auto und fuhr weiter gen Heimat.

Da ich langsam wirklich die Nase voll hatte vom fahren entschloss ich mich dazu den Rest der Strecke durch zu ziehen und mich bei meinen Eltern für eine Nacht einzuladen. Also lernte ich ausgiebig die neuen polnischen Autobahnen kennen. Die waren zum Glück wenig befahren und gut ausgebaut, so bin ich auch gut voran gekommen.

Schlossruine Tworków

Nachdem ich dann die polnisch-deutsche Grenze überschritten hatte sah ich einen Hinweis auf eine Verkehrskontrolle und ich wusste genau, ich werde wohl in Kürze eine Pause haben. Und siehe da ich bekam die Kelle. Da hatte mich mein Gefühl nicht getäuscht. Nach kurzer Überprüfung des Laderaums und der Personalien konnte ich meine Fahrt fortsetzen.

Als ich dann bei meinen Eltern eintraf waren nicht sie die als ersten überrascht waren, sondern ich. Alles war abgeschlossen und niemand war zu sehen. Das ist ja jetzt blöd, aber als ich mich so umsah, da sah ich sie beim neuen Nachbarn sitzen.Er hatte zur Einweihung geladen. Hmm, das war mir jetzt schon etwas unangenehm. Ich trug ja schließlich einen Dreiwochenbart und war auch nicht wirklich auf irgendwelche Feierlichkeiten vorbereitet. Ich ging aber trotzdem hin und wurde dann auch promt noch zum Abendmahl mit eingeladen.

Ach die Überraschung meiner Eltern hat trotzdem gut funktioniert. 😀

Schlossruine Tworków

Nur noch zwei Länder gilt es ab morgen zu bereisen. Heute habe ich Tschechien erreicht und demzufolge fehlen noch Polen und dann halt noch Deutschland.

Heute morgen war ich erstaunlich früh wach, hatte ich doch gestern das erste freie WLAN in diesem Urlaub recht ausgiebig genutzt. Mal schauen wie die bevorzugte Mannschaft gespielt hat, das eine oder andere Mailpostfach aufgeräumt und in einigen Blogs gelesen… So verging die Zeit und es wurde für Urlaubsverhältnisse spät.

Familienwappen

Schlossturm

Aber egal, so nutzte ich die Gunst der Stunde und fuhr los. Ich hatte gestern auch noch ein wenig an meiner Route gebastelt und mir ein paar Schlösser und Burg bzw. Burgruinen heraus gesucht.

Das erste Schloss war bald erreicht und ich war ein klein wenig enttäuscht. Da hatte ich mir ein bisschen mehr davon versprochen! Es war eher ein größeres Haus als ein pompöses Schloss. Und der angeschlossene Park, auch „Schlosspark“ genannt, stellte sich als einfacher Laubwald heraus.
Aber genug gemeckert, ich habe die Caches trotzdem gesucht und auch gefunden und bin ein wenig durch die Natur spaziert. Das sollte zum Auftakt des Tages ja auch mal reichen. 😉

Schloss

Veranda

Das nächste Castle stand auf der Liste und wurde auch direkt angefahren. Hier eigentlich das selbe Bild. In dem Gebäude ist wohl irgendein Institut beheimatet und hält es auch instand. Da hatte ich wohl eher Pech mit meiner Auslese oder einfach zu hohe Ansprüche.

Skulptur

Der nächste Halt sollte an ein paar alten Ruinen sein. Diese waren schon aus der Ferne gut zu erkennen, waren aber auf einem doch ordentlichen Berg angesiedelt. Für die Besteigung des selbigen war ich heute nicht mehr so recht in Stimmung, zumal der Nachmittag auch schon einigermaßen fortgeschritten war und ich noch keine Unterkunft für die Nacht hatte. Aber dieser Cache bzw. die Ruinen werden auf die „Liste der unbedingt noch zu besuchenden Orte“ geschrieben. (Wo habe ich die gleich nochmal?)

Danach war es vorbei mit der Herrlichkeit, nur noch eine Ruine stand auf der Liste, die ist aber erst in Polen. Also Navigation dorthin und mal schauen was rechts und links nahe am Wege so auftaucht.
So habe ich es noch bis nach Tschechien geschafft…

Denkmal

Ach was mir gerade noch einfällt, ich musste heute mal wieder tanken und was soll ich sagen? Die Probleme fangen wieder an: Ich habe schön getankt, gerade so viel, das ich auch zur Not noch bar bezahlen kann, falls keine Kreditkarte akzeptiert wird. War aber kein Problem, sie wurde akzeptiert.

Ich also die Karte gezückt.
Die gute Frau auf der anderen Seite des Tresens zieht durch.
Meine Quittung kommt raus.
Ich unterschreibe.
Die zweite Quittung kommt raus.
Die gute Frau drückt noch einmal OK (warum auch immer) … Nichts passiert
Sie drückt noch einmal … Nichts passiert
Sie wirkt zunehmend hilfloser.
Hinter mir bildet sich eine Schlange.
Sie ruft ihren Kollegen.
Jetzt stehen zwei hilflose Kollegen hinter der Kasse.
Die Schlange wird länger und erste Unmutsäusserungen kommen (zumindest habe ich sie so gedeutet).
Die Beiden hinter der Kasse schnattern in einer Tour.

Ich verstehe nichts und gehe lieber einen Schritt zur Seite.
Nach einigen Minuten fangen die Beiden an, die Leute hinter mir per Bargeld abzukassieren.

Die Schlange hat sich auf mich und einen Halbstarken in Jogginghosen reduziert.
Der Halbstarke geht erst einmal eine rauchen.
Die Beiden ziehen noch die Chefin zu Rate.
Hinter Kasse stehen jetzt drei ratlose Angestellte.
Ich versuche zu erfragen was denn das Problem wäre und ernte einen Wortschwall auf slowakisch.
Aha!
Irgendwie glaube ich vernommen zu haben, dass die Kasse wohl abgestürzt wäre und neu gestartet werden müsste.

Naja ich hab ja Urlaub.
Weiter warten…
Mittlerweile wird die Tankstelle schon gesperrt.
Aha, die Polizei ist hier also auch Kunde!
Aber sie lassen mich in Ruhe.
Die Chefin erscheint mit einem Telefon am Ohr und zieht den Stecker der Kasse.
Auf dem Display erscheint „Bitte warten!“.
Das habe ich verstanden und übe ich schon seit geraumer Zeit.

Zwischendurch will mir der Angestellte noch ein paar andere Tankbeträge unterjubeln.
Aber nicht mit mir!
Ich finde einen 5-Euro-Schein auf dem Boden.

Die Kasse läuft wieder und jetzt will mir die Chefin einen anderen Betrag unterjubeln.
Ich mache ihr klar das meine Säule die 6 ist.
Sie geht mit mir raus und vergleicht.
Sie stellt fest, dass mir eigentlich nur die Bestätigung meiner Zahlung fehlt.

Ich stimme ihr zu.
Sie überreicht mir den Ausdruck, der gleich am Anfang aus der Kasse kam.
Ich fahre mit gefülltem Tank und einem Zahlungsbeleg von der Tankstelle weg.

Fenster

Am Abend, als ich auf dem Campingplatz ankam, stand zwar ein Auto vor der Anmeldung, aber es war niemand zu sehen. Ich habe erst einmal brav gewartet ,ob nicht jemand kommt, und siehe da, kurze Zeit später öffnet sich ein Tür und ein Frau kommt zu mir.
„Ich Ja Nein Rezeption“ – bei mir zeigen sich große Fragezeichen!
Aber sie hat den Schlüssel zur Rezeption und ich kann doch einchecken. Sie scheint wohl nur eine Vertretung zu sein und der eigentliche Chef scheint zu schlafen (ca. 18Uhr!?)…

Naja ich bin jedenfalls mein Geld los geworden und bisher kam auch noch niemand vorbei um mich vom Zeltplatz zu verweisen oder mir mehr Geld abzuknöpfen. Da scheint sie wohl trotz erheblicher Aufregung alles richtig gemacht zu haben. 🙂

Burgruine

Als Erstes wollte ich noch eine kleine Burg, oder besser das was noch davon übrig ist, besichtigen. Die Burg hat im zweiten Weltkrieg einen Bombentreffer erhalten und wurde danach nicht wieder aufgebaut. Sie hat aber weiterhin ihre Funktion und wird als Freilufttheater genutzt. Ich muss schon sagen, der Aufstieg hat sich echt gelohnt und es ist bestimmt ein Erlebnis, hier eine Vorstellung genießen zu dürfen.

Freilichtbühne

Kirche

Auch die Kirche gleich nebenan war ein Besuch wert und ich habe hier das eine oder andere Foto auf die Speicherkarte bannen können.

Steinritter

Kirchendach

Beim nächsten Halt galt es einen Cache zu finden. Dass es ein Aussichtsturm war hatte ich vorher nicht gesehen, dann wäre ich wahrscheinlich nicht hin gefahren. Doch meine schlimmsten Befürchtungen wurden zum Glück nicht erfüllt. Der Cache befand sich in einer für mich unproblematischen Höhe. 😉

Aussichtsturm

Aber jetzt endlich ging es nach Ungarn!
Ich hatte mir eine kleine Anhäufung von Caches gleich hinter der Grenze heraus gesucht – da sollte ich bestimmt einen finden! So war es dann auch.

Der zweite Cache in Ungarn ist noch einer genaueren Erwähnung wert: Als ich ankam mußte ich mich erst einmal vor lachen an einem Baum festhalten. Der Cache lag auf ca. 1,70m Höhe in einer Astgabel und war mit 2-3 kleinen Ästchen abgedeckt, die Dose war aber so ungefähr 10x20cm groß. Zu allem Überfluss lag die Dose auch noch direkt neben einem Weg – hier fährt der Bauer wahrscheinlich jeden Tag daran vorbei. Leider hatte ich gerade da nichts zum fotografieren dabei. 🙁

Kirche

Danach stand noch ein Cache auf der Liste. Für diesen musste ich ein paar Meter in den Wald reinlaufen und auch hier war die Tarnung des Caches „fast gar nicht“ zu sehen. Sie bestand aus einem Haufen Äste, die alle schön parallel auf den Cache gestapelt waren. Wenn man ein Lagerfeuer hätte machen wollen, dann hätte man hier für einige Zeit genügend Brennstoff gehabt! Kaum hatte ich den Cache in der Hand, tönten tierische Laute durch den Wald, die waren ganz schön laut und auch ziemlich nahe. So als Stadtmensch ging mir da doch ein wenig die Muffe und auf dem Rückweg zum Auto wurde dann auch nicht groß rumgebummelt.
Also bevor sich hier jemand lustig macht: ich wiederhole noch einmal: „Ich bin ein Stadtmensch!“

Um jetzt auch noch die Überschrift zu erklären: Nein, ich habe es nicht bis nach Hause geschafft, sondern habe in Ungarn bei einer kleinen Stadt übernachtet die „Papa“ heisst. Hier konnte ich das erste Mal in diesem Urlaub freies WLAN genießen. Ich muss gestehen, ich habe es ausgiebig genutzt.