Eiseskälte. Klarer Himmel. Es barst die Luft. Es müste oben in zehn Kilometern Höhe noch viel schlimmer sein. Der Adler taucht in die Wollenschicht hinein und verschwand für immer. Keine Geräusche. Nur Pol. Polgeräusche. Am Nordpol gibt es ein einzigartiger Audio-Erlebnis. Man hört deutlich, wie das eigene Blut durch die Adern fließt und die Herzkranzgefäße umspielt. Dazu das Arbeiten der Klappen. Wenn man genau auf dem Pol steht, bemerkt man von der ungeheuren Geschwindigkeit, mit der die Erde sich dreht, nichts. Kein Zittern der Beine oder gar Wegdriften, wie bei einen Kinderkarussell. Einfach nichts. Die Sinne sind wie eingeschlafen. Weiß, weiß, weiß, wo das Auge hinblickt. Und das in Sommer. Ich war der Einzige, der es bis dahin geschafft hatte. Die zerrissenen Seidenfetzen des geplatzte Heißluftbalkons lagen verstreut auf der Eisplatte, die sich bis zum Horizont erstreckte. Der Korb, in dem ich vor ein paar Minuten noch gestanden hatte und verzweifelt der Flamme Luft zugefächert hatte, stand schräg neben mir, einen halben Meter tief im Eis versenkt. Jetzt war ich am Ausgangspunkt meiner Reise angekommen. Hier sollte meine Reise um den Globus beginnen. 18 Monate hatte ich daran gearbeitet, Tag und Nacht, um zielgenau auf den Pol zu landen. Der Rechenschieber war abgenutzt, meine Vorstellungskraft hatten mir in den letzten Tagen vor den Abflug immer und immer wieder vergegaukelt, wie es denn hier so aussieht. Ich bin eines Besseren belehrt. Hier sieht es auf keinen Fall so aus, wie man sich das als normaler Mensch vorstellt.
…Quelle: Helge Schneider –

gefahrene Kilometer: 157
Temperatur (Grad Celsius): -1.7
aktuelle Position

PS: blöde Heizung, warum musste die heute in Laufe des Tages ausgehen *grrr* nur 13Grad im Raum

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